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Echt Kölsch - Karneval - Stimmungs-Hits - Ballermann - live Gesang - Sitzungen - Köln - Mundart - Echt Kölsch "Echt Kölsch" ... Karnevals- und Stimmungs-Hits „Echt Kölsch“ bringt Stimmung! Ob Lieder wie "Superjeilezick", "Dat Trömmelche", "Mer losse de Dom en Kölle", "Hey Kölle, do bes a Jeföhl!", „Dat Wasser von Kölle“, „Echte Fründe“, „Viva Colonia“ oder Hits wie "Hey, Baby" – „Echt Kölsch“ sind musikalisch und stimmlich kaum von den Original-Interpreten zu unterscheiden. Da sind Karneval und Stimmung garantiert! „De Bläck Fööss“, „De Höhner“, „Brings“, „De Kolibris“, „De Paveier“, „De Räuber“ oder auch einmal „D.J. Ötzi“ werden durch die beiden Stimmungsmacher "Paddy Echt" und "Pitter Kölsch" interpretiert wie von keinem anderen. Und weil sie nur die absoluten Super-Hits spielen, kann garantiert jeder mitsingen! ![]() 1 Show-Block (ca. 30 Min.) 499 € 2 Show-Blöcke (2 x 30 Min.) 799 € Ihre unverbindliche Anfrage über: EchtKoelsch@Kuenstlerteam.com
Für die Show muss eine Beschallungsanlage mit CD-Player und 2 (Funk-) Mikrofonen zur Verfügung stehen. Sollte dieses Equipment nicht vorhanden sein, bringen die beiden Sänger gerne eine professionelle Anlage (bis ca. 250 Personen) gegen geringen Aufpreis mit.
Alle Preise inkl. 7 % USt. und gelten für Privatpersonen! Für Gewerbetreibende und Firmen müssen wir 19 % USt. berechnen, wobei der Nettobetrag gleich bleibt. Die o.g. Preise beziehen sich auf den Raum Köln. Für Auftritte, die außerhalb der Stadtgrenzen stattfinden, werden geringe Fahrtkosten berechnet, die wir Ihnen gerne auf Anfrage mitteilen.Echt Kölsch - Karneval - Stimmungs-Hits - Ballermann - live Gesang - Sitzungen - Köln - Mundart - Echt Kölsch
Und hier noch einige Informationen rund um Köln und den Karneval:
Alaaf Kölner Karneval Der Kölner Karneval ist fast so alt, wie
die Geschichte der Stadt selbst. So organisiert wie heute, feiert
man jedoch erst seit 178 Jahren. Zum lustigen Straßenkarneval gesellten
sich im 18. Jahrhundert die sogenannten "Redouten" nach
venezianischem Vorbild, ausgelassene Masken- und Kostümbälle, die
zunächst dem Adel und dem reichen Bürgertum vorbehalten waren. 1736
gab es in Köln die erste Redoute in einem Adelshaus am Neumarkt. Et Dreigestirn - Se dun et jo nur för Kölle Das Kölner Dreigestirn bildet einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Kultur und zum Charakter unserer Vaterstadt Köln. Natürlich hat sich die Stellung der Dreigestirne im Laufe der Zeit gewandelt. Früher waren Prinz, Bauer und Jungfrau nur wenige Tage im Amt, heute viele Wochen. Sie müssen in dieser Zeit Beruf und Familie hinter sich lassen und werden zum viel umjubelten Kölner Dreigestirn. Alle ehemaligen Dreigestirne haben in ihrer Session alles gegeben zu Ehre Kölns und um den Menschen dieser Stadt ein Höchstmaß an Freude zu bereiten. Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung. Wir präsentieren Ihnen hier Namen und Bilder ehemaliger Prinzen, Bauern und Jungfrauen. Leider sind trotz jahrelanger Recherche Bilder und Namen nicht lückenlos. Aschermittwoch Aschermittwoch Der Karneval von seinen Anfängen
bis zur Reform Die Traditionskorps Es gibt unterschiedliche Gesellschaften im Karneval,
wie Korpsgesellschaften, Komiteegesellschaften, Veedelsvereine,
Stammtischgesellschaften und Stämme. Am bekanntesten bei den Bürgern sind die Traditionskorps, die durch ihre historischen Uniformen bestechen. Die älteste Korpsgesellschaft in Köln ist die der Roten Funken. Die Roten Funken stellen eine Persiflage auf die Kölner Stadtsoldaten dar, die 1660 in Köln als Schutztruppe aufgestellt wurden. Die Stadtsoldaten waren für die Zollkontrolle zuständig, überprüften die Passierscheine und bewachten die Zugänge der Stadt. Irgendwelche kriegerischen Bravourleistungen sind ihnen nicht beschieden gewesen. Sehr heldenhaft waren sie auch nicht. Den Namen „Funken“ erhielten sie auf Grund ihrer leuchtenden roten Uniformen, die man auch im Dunkeln gut erkennen konnte. Als die Franzosen 1794 nach Köln kamen, verschwanden die Funken aus dem Stadtbild. Die Roten Funken waren von 1823 an eine lose Gruppe im Maskenzug. Erst 1869 organisierten sie sich als Gesellschaft. Sie sind in vier Knubbel eingeteilt. Ein Knubbel ist eine Menschenansammlung. Jeder Knubbel trägt ein Symbol am Säbel. Die Funken, die früher nur einen geringen Sold bekamen, waren alle auf „Lappöhrchen“ angewiesen. Daran erinnern die Symbole. Steckstrumpf - die Funken, die an den Toren Wache hielten, verdienten sich durch Strümpfe stricken etwas dazu. Öllig - das Symbol für die Funken, die hier in Küche und Haushalt halfen. Dilledopp - die Funken, die Kinder hüteten. Der Sektpfropfen besagt, dass alle Funken gerne Bier tranken, „ävver nie mih, wie d’r Mage ohne Biesterei kann verdrage“. So sagt es der Funkeneid. Die Roten Funken waren immer eine Fußgruppe und wollten es auch bleiben. Als sich dann später der Wunsch nach einem Reiterkorps stellte, spalteten sich einige ab und bildeten die Funken-Artillerie Blau-Weiß oder einfacher die Blauen Funken. Sie hatten ihre Uniform nach dem Vorbild der Ansbach-Bayreuther Dragoner gewählt und bildeten eine Reiter- und eine Fußgruppe. Die Ehrengarde trat 1902 mit List und Tücke, oder besser gesagt mit kölschem Klüngel, als Begleitgarde von Bauer und Jungfrau in den Karneval. Vorher haben die Elferräte der großen Gesellschaften Bauer und Jungfrau das Geleit gegeben, und sie waren nicht gewillt, sich von diesem Platz verdrängen zu lassen. Auch die Funken fühlten sich durch die neue Gesellschaft bedrängt. Da ging die Ehrengarde zum Angriff über, um wirklich als Ehrengarde von Bauer und Jungfrau fungieren zu können. Man wandte einen Trick an. Nach Absprache mit Bauer und Jungfrau hielt deren Wagen kurz an, als sich der Zug in Bewegung setzte, täuschte einen Achsenbruch vor, und die Ehrengarde konnte sich einreihen. Diese mit Erfolg eroberte Position hat die Ehrengarde heute nach über 90 Jahren immer noch inne. Die Uniformen erinnern an die Schillschen Offiziere (Schill war ein preußischer General, berühmt durch die Schlacht bei Kolberg). Die Prinzengarde wurde 1906 gegründet, um dem Prinzen, dessen Bedeutung von Jahr zu Jahr gestiegen war, eine eigene Garde an die Seite zu stellen. Sie begleitet ihn von da an bis heute zu allen offiziellen Auftritten. Bei den Prinzen-Gardisten wird das Militär nicht so verulkt wie bei den Funken. Das liegt begründet in der Zeit der Entstehung. Als die Prinzengarde entstand, wurde Köln schon so lange von den Preußen regiert, dass man sich daran gewöhnt hatte. Andererseits wollte die Prinzengarde etwas Besonderes sein und kein Abklatsch. Die Uniformen kommen aus Österreich und die Helme sind friederzianisch. Die Altstädter sind aus einer Stammtischrunde entstanden. Das Korps wurde 1922 gegründet und hat schon vor dem Krieg die Weiberfastnacht auf dem Alter Markt eröffnet. Seit 1953 ist die Eröffnung mit einer Straßensitzung verbunden. Die Uniform der Altstädter ist in den kurkölnischen Farben gehalten. Das Reiterkorps Jan von Werth erinnert an den Reitergeneral aus dem Dreißigjährigen Krieg, der sich aber auch in vielen folgenden Schlachten tapfer geschlagen hat. Jan von Werth wurde 1638 zum Ehrenbürger der Stadt Köln ernannt. Ihm zu Ehren wurde auf dem Alter Markt ein Denkmal errichtet, und eine Kölner Straße wurde nach ihm benannt. Sein Name ist auch verbunden mit der Legende von Jan un Griet. Diese Geschichte kennt jeder Kölner - der Knecht, der um die Magd wirbt, ihr aber nicht gut genug ist. Jan zieht dann in den Krieg, hat großen Erfolg und kehrt als Generalfeldmarschall nach Köln zurück. Er reitet durch das Severinstor in die Stadt, wo Griet an einem Stand Äpfel verkauft. Jan sagt zu ihr: „Griet, wer et hät jedon“, und sie antwortet: „Jan, wer et hät jewoß“. Diese Episode wird jedes Jahr an Weiberfastnacht von der K.G. Reiterkorps Jan von Werth am Severinstor nachgestellt. Die Kostüme sind Wallenstein Uniformen. Die Gesellschaft wurde 1925 gegründet. Karnevalsorden Mit dem organisierten Karneval begann auch die Geschichte der Karnevalsorden. Vielleicht fehlte vorher der politische Anstoß dazu. Orden gibt es schon ab 1824, aus dieser Zeit sind jedoch keine mehr vorhanden. Wir wissen aber aus alten Protokollen, dass die Prinzessin Venetia, die den Karneval des Südens vertrat, den Helden 1824 besuchte und ihm einen Orden mitbrachte. Der Held bedankte sich seinerseits mit seinem Orden. Die Geschichte der Karnevalsorden ist eng verbunden mit den Orden der Preußen. Sie stellten eine Persiflage auf die staatlichen und militärischen Orden, Schärpen und Brustbänder dar. Auch früher trugen die Präsidenten schon viele Orden übereinander, wie uns alte Bilder zeigen. Der Orden ist heute ein fester Bestandteil des Karnevals geworden. Ursprünglich entstand der Karnevalsorden aus einer Geringschätzung militärischen Benehmens und Pomps heraus. Damit wollte sich der Kölner, der nie untertan gewesen ist, gegen die preußische Obrigkeit auflehnen. Schon früh stellt sich Geschichte auf Orden als Thema. Es wurden im Laufe der Zeit Themen aufgegriffen wie Politik, Stadtgeschichte, Bauten in Köln, der Rat der Stadt, Stadtpatrone, kölsches Milieu usw. Der Geschichtsorden ist ein Rückblick in die Vergangenheit. Wir finden aber auch Zeitgeschichte auf Orden, wie den Abriss der Stadtmauer, den Zeppelin, den Bau der Rheinbrücken oder jetzt den U-Bahn-Bau. Bei diesen Orden tritt der Spott in den Hintergrund und die graphische Aussage in den Vordergrund. Es werden auch große Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Karneval auf Orden dargestellt. Besonders beliebt ist dabei Willi Ostermann. Die Roten Funken stellen z.B. die mit Humor gepaarte Geschichte ihrer Gesellschaft auf ihren Orden dar, so weit es die begrenzten Möglichkeiten erlauben. Dann gibt es den „Jeckenorden“. Hier wird vermittelt, was man landläufig als Kölner Karneval versteht, unbeschwerte Fröhlichkeit und sich über sich selber lustig machen. Der Text auf diesen Orden ist kölsch. Es gibt auch militärische Orden, die z.B. dem Eisernen Kreuz nachempfunden sind. Hier kann keine Rede mehr von Persiflage sein. Sie stehen im krassen Gegensatz zum Jeckenorden. Vielfach werden sie von Korpsgesellschaften entworfen und sind recht humorlos. Der Ordensstern eroberte nach dem Krieg 1870/71 den Karneval und ist bis heute ein beliebtes Motiv geblieben. Vielfach wird der Versuch unternommen, dem Ordensstern durch ein Karnevalsemblem das Feierliche etwas zu nehmen. Von den üblichen Orden unterscheiden sich die Motto-Orden des Festkomitees, die Prinzenorden und die anspruchsvollen und künstlerisch wertvollen Orden des Festes in Gold, der karnevalistischen Vereinigung der Kölner Goldschmiede. Die Verleihung des Ordens kann zum Staatsakt werden, z.B. bei der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“. Andererseits kann die Entgegennahme des Ordens in tiefer Ehrfurcht geschehen. Jetzt wird der Orden, der als Persiflage gedacht war, nicht mehr als solche empfunden, und damit hat der Karnevalsorden seine eigentliche Bedeutung verloren. Der Karnevalsorden ist ein begehrtes Sammelobjekt, nicht nur bei den Kölnern, auch bei den auswärtigen Sitzungsbesuchern. Das Karnevalsmuseum besitzt über 5000 Orden, von denen leider nicht alle gezeigt werden können. Darüber hinaus gibt es in Köln ein privates Museum Kölner Karnevalsorden, wo die Orden auch käuflich zu erwerben sind. Der 11. im 11. und die Jeckenzahl 11 Der Karneval beginnt im November, dem Monat der
Besinnung auf Tod und Vergänglichkeit. Es fehlte dem 11. im 11. auch nicht an einer geschichtlichen Grundlage. In der gallischen Kirche bereitete der Advent nicht auf Weihnachten, sondern auf das alte Hauptfest Epiphanie vor. Der Advent war eine Fastenzeit, die am Martinstag (11. im 11.) begann und 56 Tage dauerte. Die Elf als Jeckenzahl entstand erst später, hat aber durch den 11. im 11. eine Verbindung von der heidnischen zur christlichen Zeit geschaffen. Der „Elfer-Rat“ ist aus dem Festornenden Comité hervorgegangen, das sich 1823 bildete, um den Karneval neu zu organisieren. Der „Kleine Rat“ umfasste zwar 1823 noch 13 Mitglieder und erweiterte sich danach auf 15 bis 20 Personen. Die feste Zahl Elf entwickelte sich erst langsam, bis man sich 1830 auf die Elf festgelegt hatte. Heute besteht der Elferrat einer Karnevalsgesellschaft aus 11 Vorstandsmitgliedern einschließlich des Präsidenten. Die Feier des 11. im 11. entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als feierliche Eröffnung der beginnenden Karnevalssession. Dieser Tag ist die große Vorfeier, an der das neue Dreigestirn der Öffentlichkeit vorgestellt wird und auch die neuen Karnevalslieder erstmals gesungen werden. Die einzelnen Karnevalsgesellschaften halten „11. im 11. Feiern“ ab. Die größte Feier ist die der Willi-Ostermann-Gesellschaft auf dem Alter Markt. Danach ruht der Karneval bis zum 1. Januar. Die Zahl Elf ist das Symbol der Narretei. Sie symbolisiert die Einheit im Karneval. Sie stellt die Eins neben die Eins als Zeichen der Gleichheit aller Narren. Jeder Jeck unter der Narrankappe sollte eine selbstständige und gleichberechtigte Person sein. Die Elf hat auch einen politischen Bezug. Seit der Französischen Revolution steht ELF für E = Egalité, L = Liberté und F = Fraternité (Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit). Diese Deutung ist für Köln, das lange unter französischer Besatzung lebte, maßgebend. So wurde die Elf schon fast zu einer magischen Zahl in Köln und im Karneval. Auch das Kölner Wappen weist elf Flammen auf, die allerdings auf die elftausend Jungfrauen zurückgehen. Das Karnevalslied Der Rosenmontagszug Dem Maskenzug galt das Hauptinteresse der Reformer von 1823. Anfangs sollte der Zug, der bis 1832 Maskenzug hieß und erst danach Rosenmontagszug, in seiner Darstellung an die einst freie Reichsstadt Köln erinnern. Daher wurde er mit hauptsächlich historischen Elementen versehen. So sollte auch der Held Karneval an den Kaiser erinnern, dem die Kölner immer treu ergeben waren. Schon im ersten Maskenzug waren die Roten Funken dabei, die an die ehemaligen Stadtsoldaten erinnern. Die Roten Funken waren damals noch eine lose Gruppe, die nicht gesellschaftlich orientiert war. Sie fanden sich per Zeitungsaufruf zum Rosenmontagszug zusammen. Auch die Helligen Knäächte und Mägde nahmen ab 1823 am Zug teil. Die Mägde waren die ersten und einzigen Frauen im Zug. Es handelte sich hier um die unbescholtenen Söhne und Töchter der Knappesbauern, die am Kirchweihfest in der Prozession die Heiligenbilder trugen und anschließend den Kirmestanz durch einen Reigen eröffneten. Heute sind die Helligen Knäächte und Mägde eine historische Tanzgruppe im Karneval und gehören zu der K.G. Lyskircher Junge. Teil dieser Gruppe ist das Jeckebääntche (Jecke Berndchen), das aus der Zeit des Schützenwesens stammt. Es zeigte im 16. Jahrhundert durch lustige Sprünge die Schießergebnisse der Schützen an. Bei feierlichen Aufzügen, geistlicher und weltlicher Art, zog es voran und erfreute die Zuschauer mit seinen seltsamen Sprüngen und machte gleichzeitig für die nachfolgende Gruppe den Weg frei. Die älteste Dokumentation eines Maskenzuges gibt es von 1824. Damals nahmen ungefähr 100 Reiter, wenige Wagen und insgesamt 200 Personen teil. Der Zug stellte sich auf dem Neumarkt auf. Dieser Aufstellplatz wurde bis zum Zweiten Weltkrieg beibehalten. August Wilke, gründete 1882 die Große Kölner Karnevalsgesellschaft, der er als langjähriger Präsident vorstand. In den folgenden Jahren kam es wegen Uneinigkeiten zwischen den beiden großen Gesellschaften zu keinem einheitlichen Rosenmontagszug. Erst 1889 fand man sich, durch die Vermittlung von Fritz Hönig, in Freundschaft zusammen. Auch früher sind schon Rosenmontagszüge aus den verschiedensten
Gründen ausgefallen, wegen schlechtem Wetter, wegen Uneinigkeit im
Komitee, wegen Krieg und Weltwirtschaftskrise. 1870/71 fiel der Zug
wegen Krieg aus, 1914 – 1927 wegen Krieg und Besatzung. 1926 zogen
zwar 14 Tage vor Karneval die englischen Besatzungstruppen ab, aber
es war zu spät, um einen Zug auf die Beine zu stellen. Der Prinz,
Dr. Adalbert Oster, der den Namen „Befreiungsprinz“ erhielt, fuhr
mit Bauer und Jungfrau im offenen Wagen durch Köln. Ab 1949 gibt es Großfiguren im Rosenmontagszug. Bis in die 50er Jahre wurden die Festwagen noch von Pferden gezogen. Der Rosenmontagszug rollt heute etwas länger als drei Stunden durch Köln und legt knapp sieben Kilometer zurück. Er setzt sich zusammen aus ca. 70 Gruppen mit ca. 70 Fest- und Prunkwagen, 58 Traktoren und 50 kaschierter Begagewagen. Seit 1823 geht der Zug nach einem bestimmten Motto, das in der heutigen Zeit am Karnevalsdienstag vom Zugleiter für die kommende Session bekannt gegeben wird. Nach diesem Motto werden die Entwürfe für die Wagen und Fußgruppen erstellt. Sind diese dann ausgewählt, kann im Oktober in der Wagenbauhalle mit dem Bau der Wagen begonnen werden. Dazu werden ungefähr 25.000 Arbeitsstunden benötigt. Einige Wagen laufen jedes Jahr im Zug wie z. B. der Prinzenwagen, der Wagen von Bauer und Jungfrau, der Wagen des Zugleiters und der des Festkomitee-Präsidenten. Die Korpsgesellschaften haben zum großen Teil eigene Wagen. Die teilnehmenden Gesellschaften bezahlen für ihre Wagen im Zug. Am Zug nehmen rund 8.000 Jecke teil, davon 2.000 Frauen, ca. 350 Reiter und rund 85 Musikkapellen. Die Teilnehmer erhalten, bis auf die uniformierten Gesellschaften, die Kostüme vom Festkomitee ausgeliehen, da sie zum Motto passen müssen. Das Festkomitee gibt jedes Jahr etwa 15.000 komplette Kostüme aus, 5.000 Kostüm-Einzelteile und 3.000 Kopfbedeckungen, um den größten Karnevalszug Deutschlands in Bewegung zu setzen. Nach Karneval werden die Kostüme vom Festkomitee gereinigt, geflickt, falls notwendig, und wieder geordnet in Schränke gehängt. Dafür stehen eine Gewandmeisterin und eine Schneiderin zur Verfügung. Bei schlechtem Wetter leiden die Kostüme sehr. Ein Teil der Kostüme wird im Haus genäht, alles andere wird von Kostümschneidern angefertigt. Die Kostüme werden viele Jahre verwendet. Festkomitee des Kölner Karnevals Als es 1823 notwendig wurde, den Karneval neu zu organisieren, wollte man ihm einen neuen Inhalt geben und ihn auch wieder für die angesehenen Bürger interessant machen. Es gab damals in Köln die Olympische Gesellschaft, ein Zusammenschluss der Männer, die zu der geistigen und wirtschaftlichen Elite der Stadt zählten. Mitbegründer der Gesellschaft war der Kunstsammler Ferdinand Franz Wallraf. Man tagte in einem hochgelegenen Raum des Bayenturms mit Blick auf den Rhein. Die Herren fühlten sich dort wie im Olymp, so entstand der Name. In dieser Gesellschaft wurde die Reform des Karnevals beschlossen. Man traf sich im November 1822 im Weinhäuschen an St. Ursula. Hier wurde dem Fest eine neue Richtung und ein neuer Inhalt gegeben, damit es wieder zu seinem alten Ruhm gelangen konnte. Man gab dem Karneval den Helden als Mittelpunkt, an dem sich das ganze Fest hochranken sollte. Auch sollte er der Mittelpunkt des Maskenzuges werden, der ab 1823 durch Köln ziehen sollte. Das Gremium, das den Karneval neu geordnet hatte, nannte sich Festordnendes Comité. Leiter des Comités wurde Heinrich von Wittgenstein, der, obwohl erst 26 Jahr alt, durch seine Führungsstärke die Richtung im Karneval bestimmte, die in ihren Grundzügen auch heute noch besteht. Heinrich von Wittgenstein war Jurist und es heißt von ihm, er wäre eine imponierende Persönlichkeit mit klarem, scharfem Geist und gemütvoller Rede gewesen. Damals gab es noch keine Karnevalsgesellschaften. Das Comité nannte sich später Große Karnevalsgesellschaft. Damit ist die Große Karnevalsgesellschaft die älteste Kölner Karnevalsgesellschaft und hat lange die Aufgabe des Festordnenden Comités ausgeübt. Aus der Uniform der Zusammenkünfte des Comités sind unsere heutigen Sitzungen hervorgegangen. Es wurde dort nicht nur beraten, es wurde auch gemeinsam gesungen und das Protokoll der Vorveranstaltung wurde auf humorvolle Weise vorgetragen. Gäste waren zu diesen Versammlungen stets willkommen. Die Abende erfreuten sich bei den Kölnern großer Beliebtheit. Der „Kleine Rath“ im Comité bereitete die Karnevalsveranstaltungen vor. 1824 wurde schon das literarische Comité gegründet. Die Karnevalsmütze wurde 1827 kreiert. Es gibt heute im gesamten deutschen Raum Narrenkappen, deren Urform aus Köln stammt. Der Vorschlag zur Einführung der Narrenkappe kam ausgerechnet von einem Preußen, dem Generalmajor von Czettritz. Er regte an, dass die Mitglieder des Comités ein buntes Käppchen zu den Versammlungen tragen sollten, damit man sie von den Fremden unterscheiden könne. Das war die Geburtsstunde der Karnevalsmütze. Der Vorschlag wurde begeistert aufgenommen und schon 14 Tage später trug man die neu eingeführte Narrankappe, auf der in goldener Schrift die Worte „Freiheit-Gleichheit“ prangten. Die Mütze ist seitdem das karnevalistische Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal. An ihren Farben und Aufschriften kann man jeden Träger einer Gesellschaft zuordnen. Bis 1908 waren die Festkomitee-Präsidenten identisch mit den Präsidenten der Großen von 1823. Zwischenzeitlich wurden immer wieder neue Gesellschaften gegründet, manche bestehen heute noch, manche konnten sich auch nicht durchsetzen. Es gab auch vielfach Streitigkeiten im Comitee, die sogar so weit gingen, dass Züge ausfielen. Von 1908 bis 1934 wechselte das Präsidium jährlich zwischen der Großen und der Großen Kölner. Danach wurden die Präsidenten gewählt, unabhängig davon, welcher Gesellschaft sie angehörten. Das Festkomitee des Kölner Karnevals, wie es heute heißt, ist die Dachorganisation des Kölner Karnevals. Knapp 100 Gesellschaften sind dem Festkomitee angeschlossen, wobei es vielmehr Gesellschaften in Köln gibt. Im Festkomitee unterscheidet man zwischen ordentlichen, hospitierenden und fördernden Mitgliedsgesellschaften. Es kann jede Gesellschaft aufgenommen werden, die Sitzungen abhält und zwei Bürgen stellen kann. Wer fünf Jahre förderndes Mitglied ist, kann einen Antrag stellen, um hospitierendes Mitglied zu werden. Nach fünf weiteren Jahren kann Antrag auf ordentliche Mitgliedschaft gestellt werden, wobei die Zahl der ordentlichen Mitglieder laut Satzung begrenzt ist. Die Aufgaben des Festkomitees sind: Das Festkomitee des Kölner Karnevals wird vertreten durch einen Gesamtvorstand von 18 Personen. Der Vorstand, einschließlich des Präsidenten, arbeitet ehrenamtlich. Im Haus des Kölner Karnevals, in dem das Festkomitee zur Miete wohnt, arbeiten sechs hauptamtliche Sekretärinnen und zwei Schneiderinnen. Was bedeutet Rosenmontag? Der Rosenmontag oder auf kölsch „Rusemondaach“ (Ruse = Rosen) erinnert an den Sonntag Lätare, den Rosensonntag, der in Köln seit dem 16. Jahrhundert als „Halbfasten“ gefeiert wurde. An diesem Tag, der Mitte der Fastenzeit, lebte die Erinnerung an den vergangenen Karneval noch einmal auf. Dieser Tag war als Nachfeier des Karnevals gedacht, speziell für diesen Tag geschriebene Lätarelieder bezeugen das. Das strenge Büßen und Fasten wurde für einen Tag unterbrochen. Es durfte nach Herzenslust gegessen, gesungen und gefeiert werden. Der Rosensonntag hieß auch „Mittfasten“. Die Farbe der Liturgischen Gewänder war an diesem Tag nicht wie üblich violett, sondern rosa. In Rom weihte der Papst am Sonntag Lätare, eine mit Moschus und Balsam gefüllte Rose, die in einer Prozession durch die Straßen getragen wurde. Am Rosensonntag fand auch das Winteraustreiben statt, wobei eine Strohpuppe herumgeführt und verbrannt wurde (vgl. unsere heutige Nubbelverbrennung). Das Winteraustreiben hatte seinen Ursprung in heidnischen Bräuchen, wie auch heute noch die Wurzeln des Karnevals weit zurück in kultische Bereiche gehen, die eine lange Geschichte haben. Als der Karneval 1823 reformiert wurde, hat man erst einmal das Lätarefest übernommen und noch bis 1832 beibehalten. Danach trat dann der Name Rosenmontag als „Mittfastnachtstag“ in den Sprachgebrauch, denn die Hauptkarnevalstage waren von Karnevalssonntag bis Karnevalsdienstag. Aus dem Mittfasnachtstag wurde der Rosenmontag und aus dem Maskenzug wurde der Rosenmontagszug. Rosenmontag von „rasen“ abzuleiten, wie es auch geschieht, ist nicht richtig. Erstens finden sich hierfür keine schriftlichen Beweise, zweitens würde der Kölner dann nicht Rusemondaach sagen, denn rasen heißt auf kölsch „rose“. Die Nubbelverbrennung Der Nubbel hängt während der Karnevalstage über der Kneipentüre oder aus dem Fenster und hat seinen großen Auftritt am Karnevalsdienstag, wenn er unter großem Wehklagen, das mehr und mehr in wüste Beschimpfungen übergeht, zu Grabe getragen wird. Dies geschieht um Mitternacht des Karnevalsdienstags. Hat man sich vorher noch beim Kölsch bützend und schunkelnd in den Armen gelegen, wird es plötzlich still. Es wird eine Litanei auf kölsch verlesen von Abschied und Trauer und einem geliebten Menschen, dem Nubbel, der sterben muss. Klagerufe werden laut bis die Stimmung umschlägt. Jetzt wird der Nubbel beschimpft als Herumtreiber, Faulenzer und Säufer, der den Tod verdient. Plötzlich sind sich alle einig, dass er den Tod durch Verbrennen erleiden muss. Mit dem Nubbel wird symbolisch der Karneval begraben. Nubbel ist ein kölscher Begriff, der schon vor der Jahrhundertwende im Sprachgebrauch war. Er wird benutzt, wenn man keine näheren Angaben machen kann oder will z. B. Nubbels Chris (irgendwer), dä es beim Nubbel (irgendwo), dat wor dä Nubbel (irgendwer). Die Nubbelverbrennung gibt es noch gar nicht so lange. Vorläufer des Nubbels war der Zacheies, der zum Ausklang der Kirmes verbrannt wurde. Das erste, was in Köln über die Zacheiesverbrennung bekannt ist, stammt aus dem Jahr 1913. Damals wurde seine Verbrennung anlässlich der ältesten rechtsrheinischen Kirmes, der Buchheimer Kirmes, angekündigt. Daraufhin wurde die Kirmes verboten. Erst ab 1950 gibt es eine Zacheiesverbrennung im Anschluss an die Kirmes von St. Severin. Von da hat sie sich dann verbreitet. Eine Strohpuppe wird zu Beginn der Kirmes auf dem Kirmesplatz oder vor einer Wirtschaft aufgehängt. Diese Puppe verkörpert die Kirmes. Am letzten Kirmestag wird sie verbrannt oder begraben. Dieser Zacheies wurde auch Nubbel genannt. Den Nubbel im Zusammenhang mit dem Karneval gibt es noch nicht lange. Er muss mit dem Ausgang des Karnevals sterben. Vielleicht stellvertretend und als Sühne für alle ?Sünden? die im Karneval begangen wurden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Franzosen Köln besetzt hatten, wurde zum Ende der Fastnacht die Zeremonie des ?Begrabens? vollzogen. Sie war wohl nur eine symbolische, von einer Strohpuppe ist hierbei nicht die Rede. Es bildete sich ein Trauerzug, der mit Trompetenbegleitung durch die Straßen zog. Aus der Literatur ist über den Brauch der Nubbelverbrennung nichts zu erfahren. James Frazer schrieb allerdings 1880 in seinem Buch ?Der goldene Zweig? etwas über das Begraben des Karnevals. Laut diesem Buch gab es in den Ardennen einen Mann, der in Stroh gehüllt den Karnevalsdienstag als den letzten Tag des Karnevals verkörperte. Er wurde vor ein Scheingericht gestellt und zum Tode verurteilt. Man schoss mit Steinpatronen auf ihn bis er zusammenbrach. Im Mittelalter wurde am Sonntag Lätare, der ?Mittfastnacht?, eine Strohpuppe herumgeführt und anschließend verbrannt. So sollte symbolisch der Winter ausgetrieben werden. Es ist anzunehmen, dass der Ursprung des Brauchs in den griechischen Mythen zu suchen ist, wo sich auch Priesterkönige zu ihrem eigenen Ruhm und zum Ruhm der Gottheit selber als öffentliches Opfer darbrachten. Heidnischer Kult ist über Jahrhunderte lebendig geblieben und lebt teilweise noch im heutigen Brauchtum fort. So erklärt sich auch das Verbot, den Zacheies damals in Buchheim zu verbrennen. Es war ein vergeblicher Versuch, dem immer noch unausrottbaren Heidentum in der heutigen Zeit Einhalt zu gebieten. Der Nubbel ist der Sündenbock, an dem sich die allgemeine Aggressivität abreagieren kann. Der Nubbel, der sowohl keiner wie jeder sein kann, passt hier hin. Jeder von uns könnte das Opfer sein. Darum wird das Karneval feiern gegen Ende auch immer intensiver und leidenschaftlicher, denn jeder weiß, am Aschermittwoch ist alles vorbei. Das Kölner Dreigestirn Die Karnevalsmütze Karneval heute Der Karneval wird bei uns am 11. im 11. eröffnet. An diesem Tag wird das Dreigestirn der kommenden Session dem Oberbürgermeister im Rathaus und der Kölner Bevölkerung auf dem Alter Markt vorgestellt. In den einzelnen Gesellschaften werden Elfte im Elften Feiern abgehalten, die schon einen Vorgeschmack auf den kommenden Karneval bieten. So werden z.B. auch schon die Lieder der kommenden Session gemeinsam gesungen. Danach ist bis Januar Ruhe. Meistens am zweiten Januarwochenende findet die feierliche Prinzenproklamation statt, in der das neue Dreigestirn durch den Oberbürgermeister proklamiert und das Dreigestirn der vergangenen Session verabschiedet wird. Danach finden täglich in fast allen Sälen der Stadt Sitzungen und karnevalistische Veranstaltungen statt, die zum großen Teil vom Dreigestirn besucht werden. Darüber hinaus werden Sitzungen in Altenheimen, Schulen und Krankenhäusern abgehalten. Je näher der Karneval rückt, desto mehr Besucher erscheinen im Kostüm zu den Sitzungen. Ab den letzten zwei bis drei Wochen vor Karneval beginnt die Zeit der Maskenbälle, die parallel zu den Sitzungen laufen. Weiberfastnacht wird der Strassenkarneval auf dem Alter Markt eröffnet. Jetzt verlagert sich der Karneval, obwohl auch noch Bälle und Sitzungen stattfinden, hauptsächlich auf die Strasse. Karnevalssonntag gehen die Schull- und Veedelszöch durch Köln, an denen sich alle Schulen und Gruppen, nach Voranmeldung, beteiligen können. Alle Teilnehmer tragen eigene Kostüme. Rosenmontag geht dann der Rosenmontagszug durch Köln, an dem die dem Festkomitee angeschlossenen Karnevalsgesellschaften teilnehmen können. Der Zug steht alljährlich unter einem bestimmten Motto. Die Kostüme stellt das Festkomitee. Weiberfastnacht Schon im Mittelalter wurde in den Kölner Klöstern am Donnerstag vor Fastnacht die Pfaffenfastnacht gefeiert. Besonders in den Nonnenklöstern muss es hoch hergegangen sein. Aus dem Benediktinerkloster St. Mauritius wird vom Karneval 1729 berichtet, dass man die Fastnacht in voller Lust gefeiert hätte, und alle Nonnen seien verkleidet gewesen. Am Tag wurde getanzt und gesprungen und des Nachts, als die Äbtissin schlafen gegangen war, wurde bei Kaffee und Tee Karten und Dame gespielt. Dieser Karneval in den Klöstern hatte einen eigenen Namen, man nannte ihn „Mützenbestabelung“. Vielleicht, weil die Nonnen eine Karnevalsmütze auf ihre Hauben setzten. Daraus entwickelte sich das kölsche Wort „Mötzebestot“, das den Inhalt der Weiberfastnacht auf der Straße bildete. Es wurde ein toller Unfug auf den Straßen getrieben. Die Frauen rissen sich gegenseitig ihre Mützen und Hüte vom Kopf. Am Tollsten war dieses Treiben auf dem Alter Markt unter den Gemüseweibern. Das Abreissen der Mützen hatte seinen Sinn im „unter die Haube bringen“. Eine Tochter unter die Haube bringen hieß, sie ins Kloster geben oder verheiraten. Diese Frauen wurden dem Kreis ihrer Freundinnen entzogen und so wehrte man sich auf närrische Weise dagegen. Dieser Brauch hielt sich noch bis etwa 1890. In den 1830er Jahren erfuhr die Weiberfastnacht eine stärkere Bedeutung. Als 1833 wegen Uneinigkeiten im Comité der Rosenmontagszug ausfiel, ging Weiberfastnacht ein Fackelzug durch die Stadt. 1835 wurde vom Rathaus mit Pauken und Trompeten die Fastnacht eingeläutet, während auf dem Alter Markt der „Mötzebestot“ tobte. Die Pfaffenfastnacht verschwand mit dem Einzug der Franzosen in Köln, weil diese die Klöster auflösten. Der Mötzebestot auf dem Alter Markt blieb jedoch erhalten, wurde aber immer wüster. Man versuchte nun der Weiberfastnacht durch einen Umzug einen Mittelpunkt zu geben. Dieses Angebot fand bei den Frauen kein Echo. Dagegen bekam die Weiberfastnacht eine neue Note dadurch, dass Wandermusikanten, die sogenannten „Sibbe Gebröder“ und „Harfe Lisger“, die vielfach aus dem Jülicher Land und dem Westerwald kamen, in den Wirtschaften zum Tanz aufspielten. Die Weiberfastnacht war schon zu Beginn des vorigen Jahrhunderts vorwiegend eine Angelegenheit der Marktfrauen. Nach der Aufhebung der Märkte auf dem Alter Markt im Dritten Reich und dem sozialen Absinken des Marktviertels artete die Feier immer mehr aus. Nur in Mühlheim, was vom Volkstum her dem Bergischen Land verbunden war, wurde noch bis zum letzten Krieg in der ursprünglichen Art gefeiert. Der Festausschuss Kölner Karneval schuf im Dritten Reich eine zeitgemäße Eröffnung des Karnevals, indem Weiberfastnacht die Flagge des Prinzen auf dem Rathausturm gehisst wurde. Nach dem Krieg erfuhr die Weiberfastnacht durch die Zeitumstände neue Ideen sowie eine Umgestaltung. Sie, die sich vor dem Krieg auf das Mrktviertel beschränkte, rückte nach dem Krieg in die Reihe der Hauptfesttage ein. Die Frauen drängten in die Betriebe, sie wurden wirtschaftlich selbstständiger und durch das Grundgesetz kam die Gleichberechtigung. Das Selbstgefühl der Frauen erhielt einen Auftrieb, und sie ernannten die Weiberfastnacht zu ihrem Tag. Das Kölner Marktviertel hatte vor dem Krieg seine Bedeutung verloren zu Gunsten der neuen Großmarkthalle an der Bonner Strasse. Die Frauen versuchten ihre Vormachtstellung dort zu behaupten. Hier eröffnete das Dreigestirn 1950 zum ersten Mal die Weiberfastnacht. So blieb es auch in den nächsten zwei Jahren. Ab 9 Uhr strömte die Kölner Bevölkerung zur Markthalle, um dabei zu sein. Dann machte die Polizei wegen Überfüllung der Halle Bedenken geltend. So fiel der Besuch des Dreigestirns 1953 wieder weg. Jetzt veranstalten die Altstädter, die schon vor dem Krieg die Weiberfastnacht auf dem Alter Markt eröffneten, dort eine öffentliche Straßensitzung, auf der das Dreigestirn vorgestellt wurde. Der Brauch, dass Frauen an Weiberfastnacht den Männern die Krawatten abschneiden, soll erst unmittelbar nach 1945 entstanden sein. Es gehört zum Fastnachtsspaß in Köln. Vermutlich spielt dabei der Gedanke mit, dass die Frauen an Weiberfastnacht das Regiment führen und so den Männern zeigen, wer das Sagen hat. Der Brauch flaut aber aus der heutigen Sicht schon wieder ab. Vielleicht auch deshalb, weil die Männer an Weiberfastnacht kaum noch eine Krawatte tragen. Der Möhnenkarneval hat in Köln nie eine Rolle gespielt. In ihm haben sich ursprünglich alleinstehende Frauen zusammengeschlossen, denen der Karneval nicht zugänglich war. Die Keimzelle liegt in Beuel. Mittlerweile zieht sich der Möhnenkarneval durch viele Kleinstädte und Dörfer im Rheinland und der Eifel. Die ersten Möhnengeschwader gab es schon Ende der 20er Jahr. In den letzten Jahren ist der Möhnenkarneval förmlich explodiert. Im Rheinland-Pfälzlischen Karneval hat jede Karnevalsgesellschaft auch ihre Möhnengruppe. Es gibt sogar selbstständige Möhnenvereine, die keine Männer aufnehmen.
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